Entwicklung von ecosoft: Von einem zentralen End-to-End-Zielbild zu einer föderierten, semantisch gestützten Systemarchitektur

Die serielle Sanierung von Bestandsgebäuden erfordert frühe Mengen-, Kalkulations- und Konfigurationsentschei-
dungen, obwohl Gebäudedaten heterogen, lückenhaft und zwischen Fachsystemen nur begrenzt semantisch an-
schlussfähig sind. Der Beitrag rekonstruiert die Entwicklung von ecosoft als industrielle Design-Science-Fallstudie
anhand von Entwicklungsdokumentation, Prototypen, MVPs, technischen Artefakten, Kalkulationsvergleichen
sowie Nutzer- und Prozessfeedback. Untersucht werden vier miteinander gekoppelte Arbeitsbereiche: Objekt- und
Mengendaten, Komponenten-, Leistungs-, Preis- und Regelwissen, Kalkulations- und Anwendungsfunktionen
sowie Qualitätskontrolle und Systemintegration. Der Entwicklungsweg führte von einem zentralen End-to-
End-Zielbild über modulare Funktionsnachweise zu einem fokussierten Kalkulations-, Konfigurations- und
Transformationskern innerhalb einer föderierten Fachsystemlandschaft. Tragfähig waren insbesondere versionierte
Objekt-, Komponenten-, Leistungs- und Preisstrukturen, der Kalkulationskern sowie abgegrenzte Projekt-,
Ausgabe- und Qualitätsfunktionen. Portfolio- und Frühphasenkonfiguration sowie Integrationsartefakte erreichten
unterschiedliche, teilweise begrenzte Reifegrade. Zentrale Regelmodelle, kundenbediente Detailkonfiguration und
ein externer Portalvollausbau wurden dagegen refokussiert oder nicht weiterverfolgt. Die Fallstudie zeigt, dass
technische Schnittstellen allein keine fachliche Durchgängigkeit herstellen. Semantische Zuordnung, definierte
Datenstände, Triggerpunkte und Human-in-the-loop-Prüfungen bleiben erforderlich. Der Beitrag liefert damit
übertragbare Architektur- und Entscheidungsprinzipien, jedoch keine allgemeine Wirksamkeitsbewertung. Die
Aussagen sind auf den untersuchten industriellen Kontext und eine interne, nicht unabhängig extern evaluierte
Evidenzbasis begrenzt.


